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Information
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SUPERFILIALE * - Verhandlungen mit dem Tod

* Markus Zimmermann und Saskia Hennig von Lange

Eröffnung und Performance
Mittwoch, 8. März 2017, 19 Uhr
Mit Markus Born, Anne-Louise Hoffmann, Saskia Hennig von Lange, Anja Plonka, Selbermann, Joel Thottathil, Juewen Zhang, Markus Zimmermann

Ausstellung: 9. März - 15. April 2017


Weitere Veranstaltung:

THESE FOOLISH THINGS
Mittwoch, 5. April 2017 20 Uhr
Schreibmaschine - Die Arbeit der Literatur
Mit Saskia Hennig von Lange
Moderation: Jakob Hoffmann



SUPERFILIALE ist ein 2013 von Markus Zimmermann gegründetes Projekt, dessen Protagonisten in stetig wechselnder Besetzung auftreten und agieren. In ihren Aktionen und Performances
fragt die SUPERFILIALE nach dem, was für eine Gesellschaft wertvoll ist oder erscheint.
Auf unterschiedliche Weise inszeniert sie die Sehnsucht nach Waren und deren Konsum, allerdings anders, als uns das vertraut ist: Die Entwicklung, die Produktion aber auch der
Wechselkurs fließen offensiv in den Wert eines Objektes ein; die SUPERFILIALE verfolgt all diese Prozesse und betont die Rolle des Konsumenten.
Für die am 8. März stattfindende Performance „Verhandlungen mit dem Tod“ ist in Zusammenarbeit mit der Schriftstellerin Saskia Hennig von Lange ein Ablauf von Handlungen entwickelt
worden, die nach formalen, ästhetischen und poetischen, Bedingungen des Verschwindens und Wiederauftauchens fragt. Im Sinne einer Ökonomie des Zweifels versucht „Verhandlungen mit dem Tod“
die kapitalistische Produktionslogik mit ihren eigenen Mitteln außer Kraft zu setzen.

Marcel Mauss beschreibt in seinem Buch Die Gabe die Entstehung des Potlatsch in einigen Inuit-Kulturen. Demnach waren die Geister der Toten die ersten Wesen, mit denen die Menschen Verträge
schließen mussten Sie waren für die Eskimos die wahren Eigentümer der Dinge und der Güter der Welt.
Mit ihnen war der Austausch am Notwendigsten und der Nichtaustausch am Gefährlichsten. Der Vertrag bestand aus der Schenkung einer Gabe und ihrer anschließenden Zerstörung, damit die Schenkung
vergolten wurde.
In seiner Totenrede für Heiner Müller erinnert Alexander Kluge an die Einstellung des Dichters zu den Toten. Die Toten seien nicht tot. Die Toten stünden in einem intensiven Verhältnis zu den
Lebenden und bestimmten deren Platz. Heiner Müller sprach von der Schwerkraft der Toten.
Markus Zimmermann und Saskia Hennig von Lange haben sechs weitere Performer, darunter drei Atelier Goldstein Künstler, eingeladen, um nach der Schwerkraft der Toten zu fragen: Wie mit den Toten
verhandeln? Wie mit ihnen dealen, ohne dabei unter den Tisch gezogen zu werden?
Wem glauben wir, gehört die Welt? Wer hält unser Glück in den Händen?
Wir selbst?
Warum fällt es uns dann so schwer, glücklich zu sein?
Die Performance „Verhandlungen mit dem Tod“ wird dazu da sein, Kunstprodukte zu verhindern. Bücher werden dabei eine Rolle spielen, Fließbänder und Pflanzen. Wie in einer Produktionsstraße entstehen
Produkte, bevor sie zu Text werden und sich zu Zerschlagenem transformieren. Die einzelnen Performer_innen agieren dabei wie Organe in einem Organismus. Die drei Räume der Galerie bilden einen Körper.
Im hintersten, dem Darm, darf geschlafen werden, der Magen schüttet Tee aus, das Herz schwingt den Hammer und die Augen der Galerie schauen aus dem Schaufenster.

Während der Öffnungszeiten wird die Performance von den Aufsichten weitergeführt. Besucher haben Gelegenheit daran teilzunehmen.

Mit freundlicher Unterstützung von: